Liebe Leserinnen, liebe Leser,
Täglich frage ich mich, warum die Menschen sich zu Hass, Gewalt, Kriegen und Zerstörung hinreissen lassen. Was ist so faszinierend an Macht und Milliarden? Ich frage mich auch, wie es so weit kommen kann, dass diese machthungrigen, geldgierigen, ausgrenzenden, ja fanatischen Leute gewählt werden.
Gut, dass wenigstens in Österreich zurzeit die Vernunft die Oberhand behalten hat. Um ein Haar wäre es zu einer rechtsextremen Regierung unter Herbert Kickl gekommen. Er hat sich ja wie ein kleines dünnes Abziehbild von Donald Trump verhalten und das war den Politiker·innen der anderen österreichischen Parteien dann doch nicht geheuer. Trump hingegen, der ja auch (sowie Kickl) nur von 30 Prozent der Wahlberechtigten, also bei Weitem nicht von mehr als der Hälfte, gewählt wurde, kann jetzt in vollem Zuge seine Vorstellungen realisieren. Zum Beispiel Kinderbücher verbieten, in denen es um Originalität, Akzeptanz und Toleranz geht.(1) Oder auch gewisse Worte wie Frau, Aktivismus, Barriere, Verteidiger, BIPOC (für «Black, Indigenous and People of Color»), Fairness, Gleichheit, Inklusion, Minderheiten, Stereotype, Trauma ... aus wissenschaftlichen Arbeiten streichen lassen.(2)
In Amerika, dem «Land der Freiheit», das für viele Menschen vor und im 2. Weltkrieg ein Land der Zuflucht war, werden heute Massnahmen ergriffen, die schmerzlich an den Beginn des Faschismus in Deutschland erinnern. Auch aussenpolitisch führt Trump sich eher wie in einem Albtraum als in der Realität auf. Derartig offen über Leichen zu gehen, z.B. die palästinensische Bevölkerung aus dem zerbombten Gaza vertreiben und ihr Land zu einem Ferienparadies machen zu wollen; dafür fehlen mir die Worte. Dass Trump mit Putin die Zukunft der Ukraine(3) verhandelt, ohne diese mit einzubeziehen ist nicht nur ein Affront gegen deren staatliche Souveränität, sondern auch sehr gefährlich. Die Macht Russlands und damit auch die der Rechtsextremen in Europa und der ganzen Welt wird dadurch gestärkt. Wohin Trump die USA führen und das Weltgeschehen beeinflussen wird, ist noch nicht klar, jedoch in jedem Fall sehr beunruhigend.
Heute ist es genau drei Jahre her, dass Russland die Ukraine überfallen hat. Die Bevölkerung kämpft gegen diesen brutalen Angriff und versucht, unter enormen Verlusten, die Ukraine zu retten. Wie auch immer der «Frieden» verhandelt wird, die Kriegsprofitgeier ziehen bereits ihre Kreise über dem Land. Wir müssen wach bleiben, uns überall gegen rechtspopulistische Entwicklungen wehren und mit denen zusammenarbeiten, die die Welt von unten aufbauen.
Ich wünsche Euch einen schönen, wärmenden und stärkenden Frühling!
Constanze Warta
«Sommersprossenfeuerkopf», von Julianne Moore erzählt von einem siebenjährigen Mädchen, das seine Sommersprossen nicht mag, aber nach und nach lernt, mit ihnen zu leben. 18 Jahre nach Erscheinen des Buches hat das US-amerikanische Verteidigungsministerium es, sowie 2 weitere Bücher, nun von den von ihm betriebenen Schulen verbannt.
Die «National Science Foundation» (NSF), welche die amerikanische wissenschaftliche Forschung finanziell unterstützen soll, hat eine interne Mitteilung herausgegeben, in der die Forscher·innen aufgefordert werden, bestimmte Begriffe aus ihren Arbeiten zu streichen. Dieses Dokument wurde der «Washington Post» Anfang Februar zugänglich gemacht.
Der «deal» mit Selensky ist zu Redaktionsschluss noch nicht beschlossen und vom ukrainischen Volk sehr kritisiert